Geschäftsverlauf

Ergebnisentwicklung

Überleitung auf die bereinigte Ergebnisrechnung

Die Überleitung auf die bereinig­te Ergebnisdarstellung erfolgt in zwei Schritten. Das Vorgehen bei den Umgliederung und Bereinigungen (Integrierter Bericht 2019) ist unverändert.

Operative Ergebnisgrößen

Die im Folgenden dargestellte Entwicklung beschreibt die um Sondereffekte bereinigten Veränderungen der wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung. Währungskurs­effekte wirkten insgesamt un­we­sentlich ertrags- und aufwands­mindernd. Effekte aus Ver­än­de­run­­gen im Kon­­solidierungskreis waren ebenfalls nicht wesentlich.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns im ersten Halbjahr 2020 erheblich beeinträchtigt. Die operativen Ergebnisgrößen entwickelten sich in der Folge, primär getrieben durch den Systemverbund Bahn, deutlich rückläufig. Hier konnten Be­las­tungen aus vor allem coronabedingten Umsatzrückgängen, zusätzlichen Personalaufwendun­gen (Kapazitätsausbau und Tarifsteigerungen) sowie zur Verbesserung der Qualität und für die Digitalisierung nur in geringem Umfang durch Gegensteuerungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Auch bei DB Arriva war die Entwicklung primär coronabedingt deutlich schwächer. Positiv wirkte der Anstieg des operativen Ergebnisses bei DB Schenker, vor allem getrieben durch die Entwicklung in der Luftfracht.

  • Die Umsatzentwicklung war vor allem corona­bedingt deutlich rückläufig.
  • Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen getrieben durch DB Arriva deutlich. Hier wirkten im Wesentlichen die höhere Inanspruchnahme von Drohverlustrückstellungen sowie erhaltene Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei UK Bus.

Der operative Aufwand stieg gedämpft durch die rückläufige Leistungsentwicklung insgesamt nur geringfügig:

  • Der Materialaufwand ging leicht zurück. Im Systemverbund Bahn wurden dabei leistungsbedingt geringere Energieaufwendungen sowie eingekaufte Transportleistungen bei DB Cargo unter anderem durch höhere Instandhaltungsaufwendungen bei DB Netze Fahrweg teilweise kompensiert. Bei DB Arriva wirkte neben den corona­bedingten Leistungsrückgängen auch die Beendigung des Arriva-Rail-North-Franchise aufwandsreduzierend. Bei DB Schenker wurden geringere eingekaufte Transportleistungen infolge von Volumenrückgängen vor allem durch höhere Frachtraten ausgeglichen.

Überleitung auf die bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung — in Mio. €

1. Halbjahr

Veränderung

2020

Umgliederungen

Bereini-
gung
Sonder-
­effekte

2020
bereinigt

2019
bereinigt

absolut

davon
Konsoli-
dierungs-
kreis-
effekte

davon

Währungs-
kurs-
effekte

%

Auf-/ Ab-
zinsung IFRS

Beteili-
gungs-
ergebnis

PPA-
Amorti-
sation

 

Umsatz

19.423

19.423

22.013

– 2.590

– 24

– 63

– 11.8

Bestandsveränderungen und andere
aktivierte Eigenleistungen

1.695

1.695

1.490

+ 205

+ 13.8

Sonstige betriebliche Erträge

1.276

–19

1.257

1.116

+ 141

+ 1

– 1

+ 12.6

Materialaufwand

– 10.767

1

– 10.766

– 10.876

+ 110

+ 13

+ 46

– 1.0

Personalaufwand

– 9.155

78

– 9.077

– 8.902

– 175

+ 3

+ 9

+ 2.0

Sonstige betriebliche Aufwendungen

– 2.380

5

– 2.375

– 2.307

– 68

+ 3

+ 5

+ 2.9

EBITDA/EBITDA bereinigt

92

65

157

2.534

– 2.377

– 4

– 4

– 93.8

Abschreibungen

– 3.375

26

1.412

– 1.937

– 1.777

– 160

– 1

+ 3

+ 9.0

Operatives Ergebnis (EBIT) | EBIT bereinigt

– 3.283

26

1.477

– 1.780

757

– 2.537

– 5

– 1

Zinsergebnis | Operativer Zinssaldo

– 347

65

0

– 282

– 333

+ 51

– 0

– 0

– 15.3

Operatives Ergebnis nach Zinsen

– 3.630

65

26

1.477

– 2.062

424

– 2.486

– 5

– 1

Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen |
Beteiligungsergebnis

– 9

0

– 9

– 9

+ 0

Übriges Finanzergebnis

– 30

–65

0

– 95

– 18

– 77

– 17

+ 1

PPA-Amortisation Kundenverträge

–26

– 26

– 32

+ 6

+ 1

– 18.8

Außerordentliches Ergebnis

–1.477

– 1.477

– 97

– 1.380

+ 4

Ergebnis vor Ertragsteuern

– 3.669

– 3.669

277

– 3.946

– 22

+ 5

 

  • Der Personalaufwand stieg an. Im Systemverbund Bahn wirkte sich neben Tarif­effekten auch die höhere Mitarbeiterzahl aus. Vor allem die Beendigung des Arriva-Rail-­North-Franchise sowie Gegensteuerungsmaßnahmen bei DB Schenker wirkten gegenläufig aufwandsmindernd.
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Systemverbund Bahn im Wesentlichen infolge der coro­nabedingten Neubewertung von Drohverlustrückstellungen bei DB Regio deutlich. Der Rückgang unter anderem der Miet- und Reisekosten bei DB Schenker wirkte dämpfend.
  • Die Abschreibungen stiegen vor allem im Systemverbund Bahn infolge investitionsbedingt höherer Abschreibungen unter anderem auf Fahrzeuge deutlich.

Der operative Zinssaldo entwickelte sich vor allem infolge eines grundsätzlich niedrigeren Zinsniveaus besser. Auf die deutlich negative Entwicklung des operativen Ergebnisses hat dies allerdings keine wesentliche dämpfende Auswirkung.

Das rückläufige Beteiligungsergebnis wurde maßgeblich durch die At-­­Equity-Gesellschaft Barraqueiro bei DB Arriva sowie coronabedingte Abschreibungen von Beteiligungen unter anderem an der Verimi GmbH getrieben.

Die deutliche Verschlechterung des übrigen Finanzergebnisses ergab sich im Wesentlichen aus im Saldo höheren Aufwendungen aus der Auf- beziehungsweise Abzinsung von Rückstellungen.

Die außerordentlichen Belastungen stiegen infolge von Wertminderungen bei DB Arriva deutlich:

Außerordentliches Ergebnis
— in Mio. €

1. Halbjahr

2020

davon EBIT-
wirksam

2019

davon
EBIT-
wirksam

 

DB Fernverkehr

1

1

DB Regio

0

0

0

0

DB Cargo

– 13

–13

– 2

–2

DB Netze Fahrweg

– 2

–2

– 2

–1

DB Netze Personenbahnhöfe

3

3

3

3

DB Netze Energie

Sonstige/Konsolidierung
Systemverbund Bahn

–70

–70

– 68

–68

Systemverbund Bahn

–81

–81

–69

–68

DB Arriva

– 1.396

–1.396

– 26

–26

DB Schenker

0

0

– 1

–1

Konsolidierung Übrige

0

0

–1

–1

DB-Konzern

– 1.477

–1.477

– 97

–96

Das außerordentliche Ergebnis setzte sich im ersten Halbjahr 2020 im Wesentlichen aus folgen­­den Sonder­effekten zusam­­­men:

  • Wertminderung von Firmenwerten infolge coronabedingt schwächerer Ergebnis- und Cashflow-­Erwartungen im Planungszeitraum (DB Arriva),
  • Restrukturierungsmaßnah­men (im Wesentlichen Bereich Sonstige und bei DB Cargo in den Niederlanden und in Deutschland) und
  • teilweise gegenläufig aus positiven Effekten aus der Anpassung von Sicherungsgeschäften (DB Arriva).

Die Zusammensetzung des außerordentlichen Ergebnisses im ersten Halbjahr 2019 ist im INTEGRIERTEN ZWISCHEN­BERICHT 2019 Μ18 dargestellt.

Ergebnis nach Ertragsteuern

Auszug Gewinn- und
Verlustrechnung
 — in Mio. €

1. Halbjahr

Verände­rung

2020

2019

absolut

%

 

Ergebnis vor Ertragsteuern

– 3.669

277

– 3.946

Ertragsteuern

– 80

– 72

– 8

+ 11,1

     tatsächliche Ertragsteuern

– 80

– 90

+ 10

– 11,1

     latenter Steueraufwand (–)/
-ertrag (+)

18

– 18

– 100

Ergebnis nach Ertragsteuern

– 3.749

205

– 3.954

     Aktionäre der DB AG

– 3.753

198

– 3.951

      Hybridkapitalgeber

13

+ 13

      andere Gesellschafter
(nicht beherrschende Anteile)

– 9

7

– 16

Der deutliche Rückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern wurde nicht durch die Entwicklung der Ertragsteuerposition abgemildert, da die neu entstandenen steuerlichen Verluste zu keinem latenten Steuerertrag geführt haben. Der Rückgang des latenten Steuerertrags wurde durch einen leicht verminderten tatsächlichen Steueraufwand teilweise kompensiert.

Operative Ergebnisentwicklung der Geschäftsfelder

EBIT bereinigt nach
Geschäftsfeldern
 — in Mio. €

1. Halbjahr

Verände­rung

2020

2019

absolut

%

 

DB Fernverkehr

– 720

224

– 944

DB Regio

– 597

186

– 783

DB Cargo

– 352

– 132

– 220

+ 167

DB Netze Fahrweg

170

379

– 209

– 55,1

DB Netze Personenbahnhöfe

53

123

– 70

– 56,9

DB Netze Energie

16

23

– 7

– 30,4

Sonstige/Konsolidierung

Systemverbund Bahn

– 471

– 376

– 95

+ 25,3

Systemverbund Bahn

– 1.901

427

– 2.328

DB Arriva

– 153

101

– 254

DB Schenker

278

238

+ 40

+ 16,8

Konsolidierung Übrige

– 4

– 9

+ 5

– 55,6

DB-Konzern

– 1.780

757

– 2.537

Die Entwicklung der bereinigten Ergebnisgrößen der Geschäftsfelder war überwiegend schwächer:

  • Die Geschäftsfelder des System­verbunds Bahn entwickelten sich getrieben durch den coronabedingten Nachfrage­einbruch deutlich rückläufig. Darüber hinaus wirkten zusätzliche Aufwendungen für Mitarbeiter, Kapazitäts- und Qualitätsmaßnahmen belastend.
  • DB Arriva entwickelte sich ebenfalls im Wesentlichen getrieben durch belastende Corona-Effekte deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2019.
  • DB Schenker entwickelte sich vor allem getrieben durch die Entwicklung in der Luftfracht positiv. Preiseffekte konnten negative Corona-Effekte mehr als kompensieren.

Hallo! Schön, dass Sie sich für den Integrierten Zwischenbericht 2020 interessieren!

Ich bin Larissa, Ihr interaktiver Assistent. Gerne helfe ich Ihnen weiter und führe Sie durch den Bericht.

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