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Vorwort
Vorwort
Dr. Richard Lutz
Vorstands­vor­sitzender
der Deutschen Bahn AG

Vorwort des
Vorstandsvorsitzenden

Liebe Leser:innen,

2023 ist für die Deutsche Bahn ein Jahr des Wandels. Wir treiben entschlossen und konsequent die notwendigen Veränderungen voran! Im Zentrum steht unser Programm für eine gemeinwohlorientierte Infrastruktur, das wir gemeinsam mit dem Bund auf den Weg bringen und bei dem wir als DB in Vorleistung gehen.

Die Nachfrage im Regional- und Fernverkehr hat sich auch in diesem Jahr sehr erfreulich entwickelt. Das Deutschland-Ticket ist ein echter Renner und beflügelt den öffentlichen Personennahverkehr: In den ersten zwei Verkaufsmonaten wurden branchenweit bereits etwa elf Millionen Tickets verkauft. Bei der Verkehrsleistung im Fernverkehr konnten wir im ersten Halbjahr einen historischen Rekord verbuchen. Die Menschen fahren immer weitere Strecken mit der Bahn.

DB Schenker blickt auf ein gutes erstes Halbjahr zurück und hat trotz der sich normalisierenden Frachtraten erneut einen erfreulich hohen, positiven Beitrag zum Konzernergebnis geleistet. Herausfordernd ist das Wettbewerbsumfeld im Schienengüterverkehr mit im Vergleich zu den Sprit- deutlich gestiegenen Strompreisen und einer ohnehin geringen Marktdynamik. Dies wirkt sich auf das Ergebnis von DB Cargo aus.

Im ersten Halbjahr haben wir unseren Investitions- und Wachstumskurs der vergangenen vier Jahre fortgesetzt. Wir haben mehr als 13.500 neue Kolleginnen und Kollegen an Bord geholt. In einem der größten Beschaffungsvorhaben unserer Geschichte haben wir im Mai für rund zwei Milliarden Euro 73 zusätzliche ICE-Züge, 17 ICE 3neo und 56 ICE L, gekauft, die ab 2026 zu unserer Flotte stoßen. Insgesamt werden 90 ICE 3neo und 79 ICE L unsere Flotte verstärken. Schon heute profitieren unsere Fahrgäste von einem größeren Angebot. Zwischen elf Großstädten besteht bereits ein Halbstundentakt.

Die Positivbeispiele sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen: Betrieblich lief auch das erste Halbjahr 2023 nicht zufriedenstellend. Hauptgrund ist der schlechte Zustand des Schienennetzes. Deshalb sind die Weichenstellungen, die wir gemeinsam mit dem Bund in diesem Frühjahr getroffen haben, von größter Bedeutung für unsere Fahrgäste.

Die Bundesregierung hat auch beim Beschluss zum Bundeshaushalt 2024 die Entscheidung des Koalitionsausschusses von Ende März bekräftigt, den Investitionsstau im deutschen Schienennetz entschlossen abzubauen und bis 2027 bis zu 45 Milliarden Euro zusätzlich in die Schiene zu investieren. Davon sollen 15 Milliarden Euro in den beiden kommenden Jahren bereitgestellt werden. Das ist ein wichtiges Signal und unterstützt den notwendigen Aufbau von Bau- und Planungskapazitäten in der Bahnindustrie.

Es ist ein Paradigmenwechsel und eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Verkehrswende, dass ein großer Teil der zusätzlichen Einnahmen aus der Lkw-Maut künftig unmittelbar in die Schiene fließen wird. Das Schienennetz der Zukunft beruht auf drei zentralen Bausteinen: erstens die nachhaltige Sanierung des Bestandsnetzes und der Bahnhöfe mit einer damit einhergehenden deutlichen Verbesserung der Qualität für Fahrgäste und die verladende Industrie. Der Weg dorthin führt über eine schrittweise Generalsanierung der hochbelasteten Korridore.

Zweitens die Digitalisierung des Schienennetzes, um die Kapazität des bestehenden Netzes deutlich auszuweiten. Und drittens der Aus- und Neubau sowie die weitere Elektrifizierung des Schienennetzes. Auf diese Weise schaffen wir zusätzliche Kapazitäten und setzen den Deutschland-Takt um.

Fest steht: Das Fundament für Wachstum und Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist eine starke Infrastruktur. Und daran arbeiten wir auch in diesem Jahr mit aller Kraft.

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Generalsanierung des ersten Korridors – der Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim – auf Hochtouren. Dazu gehören zum Beispiel die Planung von Ersatzverkehren und Umleitungen sowie die Ertüchtigung der dafür notwendigen Strecken, damit die Arbeiten pünktlich im Juli 2024 starten können.

Wenn wir die generalsanierte Riedbahn Ende 2024 in Betrieb nehmen, werden Verbesserungen in größerem Ausmaß spürbar. Jeder weitere Korridor wird den Effekt verstärken. Nicht zuletzt verbessert das auch die betrieblichen Abläufe für unsere Kolleginnen und Kollegen, denen ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank für ihren leidenschaftlichen Einsatz aussprechen möchte. Gemeinsam machen wir die Schiene stark und die Bahn besser!

Herzlichst

Richard Lutz

Dr. Richard Lutz
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG

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