Technik
Maßnahmen
- Konnektivität: Das Thema leistungsfähige Konnektivität für Reisende und Betrieb wurde im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt. So hat das Konzept »5G am Gleis« Eingang in die »Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene« der Bundesregierung gefunden und wird aktuell zusammen mit dieser konkretisiert. Das vom Bund geförderte Gemeinschaftsprojekt »Gigabit Innovation Track« (GINT) zwischen Mobilfunk- und Bahnsektor wurde im Frühjahr 2026 nochmals verlängert (GINT 3.0) und fokussiert verschiedene technische Architekturoptionen sowie Lösungsmöglichkeiten zur Koexistenz zwischen Bahnfunk und öffentlichem Mobilfunk. Diese sind insbesondere vor der geplanten Einführung des neuen 5G-Bahnfunkstandards Future Railway Mobile Communication Standard (FRMCS) notwendig, der bis 2035 angesichts der Obsoleszenz des heutigen Bahnfunks GSM-R europaweit eingeführt werden soll. Eine Absichtserklärung zur technologieoffenen Erprobung, Entwicklung und Anwendung eines Versorgungskonzepts »5G am Gleis« hatten der DB-Konzern, die Mobilfunkunternehmen 1&1, Deutsche Telekom, O2 Telefónica und Vodafone sowie der Bund im Oktober 2024 unterzeichnet. Parallel arbeitet der DB-Konzern auf EU-Ebene mit anderen Bahnen an technischen und regulatorischen Fragestellungen rund um die Einführung von FRMCS. Private 5G-Industrienetze haben im DB-Konzern die Serienreife erreicht. Mit der Umsetzung entsprechender Lösungen im neuen Werk Cottbus sowie bei der S-Bahn München werden von nun an digitale Instandhaltungs- und Automatisierungsprozesse ermöglicht und die Grundlage für weitere innovative Anwendungen geschaffen.
- Automatisierung Rangieren und Bereitstellen (ARB): Im ersten Halbjahr 2026 wurde der konzernweite Anschub von Remote Train Operation (RTO) und Automatic Train Operation (ATO) im Rahmen des Konzernprogramms ARB abgeschlossen und das Programm wird zum 1. August 2026 eingestellt. Die Aktivitäten werden künftig dezentral von den Geschäftsfeldern weitergeführt. Mit der RTO-Demonstration in München-Steinhausen (Baureihe [BR] 423, S-Bahn München), dem Start der ATO-GoA-2-Betriebserprobung mit der BR 193 auf der Betuwe-Route sowie dem Beginn des Förderprojekts RemODtrAIn (BR 412, Köln-Nippes sowie Desiro, Erzgebirgsbahn) wurden im Schienenpersonennah-, -güter- und -personenfern-verkehr wichtige Meilensteine erreicht. DB Regio, DB Fernverkehr und DB Cargo arbeiten zudem an einem baureihenunabhängigen Standardbedienplatz für die Fernsteuerung, womit die Entwicklung aller für den RTO-Betrieb notwendigen Bausteine angestoßen ist. Für die weitere Umsetzung sind u. a. die Weiterentwicklung der BR 423 zum Prototyp sowie die Erarbeitung der Spezifikationen im Rahmen von RemODtrAIn vorgesehen.
- Connected Train: Mit der Initiative Connected Train treibt der DB-Konzern die Standardisierung und Nutzung von Fahrzeugdaten im Bahnsektor voran. Ziel ist es, fragmentierte und nicht verständliche Datenstrukturen schrittweise in interoperable, nutzbare und governancefähige Datengrundlagen zu überführen. Im ersten Halbjahr 2026 wurde der Aufbau der sektorweiten Zusammenarbeit strukturell initiiert und gemeinsam mit Herstellern, Betreibern und weiteren Partnern weiterentwickelt. Ein wesentlicher Meilenstein war die Veröffentlichung eines gemeinsam mit Siemens Mobility und Knorr-Bremse erarbeiteten Whitepapers, das einen ersten abgestimmten Vorschlag für standardisierte Fahrzeugdaten beschreibt. Connected Train ist als Sektorinitiative angelegt und wird im europäischen Kontext sowie in Anbindung an bestehende Initiativen und Standardisierungsgremien weiterentwickelt. Parallel wurden erste Grundlagen für Governance-Strukturen und Datenmodelle erarbeitet. Damit entstehen Voraussetzungen für eine konsistente und souveräne Nutzung von Fahrzeugdaten sowie für datenbasierte Anwendungen, insbesondere in Betrieb und Instandhaltung.
- KI in der Disposition: Mit Fokus auf die Kernprozesse unterstützt das Tool KI-Dispo die Disponent:innen durch ein intelligentes Vorschlagswesen im Berufsalltag. KI-Dispo verarbeitet in Sekundenschnelle die aktuelle Betriebssituation und generiert daraus gezielte Handlungsvorschläge für die Leitstellendisponent:innen. Bei den S-Bahnen Stuttgart, Rhein-Main und München ist KI-Dispo bereits im Pilotbetrieb im Einsatz, und seit 2025 läuft die Pilotierung auch bei der S-Bahn Berlin. Im Rahmen der Pilotierung wird das System kontinuierlich weiterentwickelt, um zusätzliche Einflussfaktoren für die Disposition zu integrieren. So wurden im ersten Halbjahr 2026 in enger Zusammenarbeit mit DB InfraGO und DB Regio zwei neue Schnittstellen geschaffen, die es ermöglichen, die vorgeschlagenen Maßnahmen unmittelbar für die Reisendeninformation wirksam zu machen.