Entwicklung der Infrastruktur
2026 fließen voraussichtlich rund 30,2 Mrd.€ in den Ausbau, die Erneuerung und Instandhaltung des Netzes, der Bahnhöfe und der Energieanlagen. Darin enthalten sind u. a.:
- LuFV-Mittel (Zuschüsse und Eigenbeitrag) i. H. v. 13,4 Mrd. €, rund 6,1 Mrd.€ für die Instandhaltung (Eigenbeitrag und Baukostenzuschüsse), 4,6 Mrd. € für Projekte des Bedarfsplans sowie
- Mittel für das Bestandsnetz außerhalb der LuFV wie das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), Drittmittel von Ländern und Gemeinden oder das Klimaschutzprogramm (KSP) i. H. v. rund 5,5 Mrd. €.
- Die Brutto-Investitionen werden 2026 voraussichtlich deutlich steigen. Im Bestandserhalt wird erwartet, dass die Mittel vollständig eingesetzt werden, im Neu- und Ausbau wird nahezu eine vollständige Mittelnutzung erwartet. Nur bei der Digitalisierung sowie im Projekt Stuttgart 21 (aufgrund der Inbetriebnahmeverschiebung) dürfte die Mittelnutzung hinter dem Plan zurückbleiben.
Wesentliche Entwicklungen beim Ausbau und bei der Erneuerung des Schienennetzes waren im ersten Halbjahr 2026 u. a.:
- Korridorsanierung Hamburg―Berlin: DB InfraGO hat vom 1. August 2025 bis 14. Juni 2026 die umfassende Erneuerung und Modernisierung der 278 km langen Strecke zwischen Hamburg und Berlin durchgeführt. Während der Bauarbeiten wurden insgesamt u. a. mehr als 160 km Gleise und über 249 Weichen erneuert. Sieben zusätzliche sog. Überleitstellen sorgen künftig für mehr Stabilität und Flexibilität im Betrieb. So können z. B. schnellere Züge des Personenverkehrs langsamere Güterzüge überholen. Zudem wurden an der Strecke 28 Bahnhöfe modernisiert. Die Inbetriebnahme der Strecke musste aufgrund des schweren Winters verschoben werden und erfolgte gestaffelt. Am 15. Mai 2026 und damit zwei Wochen später als geplant konnten auf dem nördlichen Abschnitt Hamburg — Hagenow Land wieder Züge fahren. Zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni 2026 ging auch der Abschnitt Nauen — Berlin wieder in Betrieb.
- Qualitätsoffensive Hamburg ―Hannover: DB InfraGO hat am 1. Mai 2026 mit der umfassenden Erneuerung und Modernisierung der Strecke zwischen Hamburg und Hannover begonnen. Die Arbeiten werden in drei Bauphasen gebündelt: Nach der Nutzung von Teilabschnitten als Umleitungsstrecke für Verkehre von Hamburg nach Berlin bis zum 14. Juni 2026 ist die Strecke seitdem für den gesamten Zugverkehr vollständig gesperrt. Ein Ersatzverkehr gewährleistet während der Sperrung die Mobilität der Fahrgäste. Die rund 163 km lange Verbindung gilt als hochbelasteter Schienenweg. Im Zuge der Qualitätsoffensive werden insgesamt rund 66 km Gleise, 36 Weichen sowie 15 Weichenheizungen komplett erneuert. Zudem werden 23 neue Oberleitungsmasten gesetzt. Darüber hinaus nutzt DB InfraGO die Bauphase, um die Modernisierung von vier Bahnhöfen entlang der Strecke umfassend voranzutreiben.
- Korridorsanierung Nürnberg―Regensburg: Am 6. Februar 2026 hat DB InfraGO mit der Korridorsanierung Nürnberg — Regensburg begonnen. Während der Bauarbeiten wurden u. a. 96 km Gleise, 81 km Oberleitung sowie 74 Weichen erneuert bzw. instand gehalten. 1.300 neue Masten wurden aufgestellt. Zudem hat DB InfraGO an der Strecke 20 Bahnhöfe modernisiert.
- Korridorsanierung Obertraubling―Passau: DB InfraGO hat am 14. Juni 2026 mit der umfassenden Erneuerung der 109 km langen Strecke Obertraubling — Passau begonnen. Auf der Strecke werden u. a. rund 120 km Gleise, mehr als 140 Weichen und rund 90 km Oberleitung gebaut, erneuert oder instand gesetzt. Bereits im Vorfeld wurden rechtzeitig vorbereitende Maßnahmen ergriffen, um die Bauzeit bis Dezember 2026 so effizient wie möglich zu nutzen.
- Rechte Rheinstrecke: DB InfraGO hat die letzten Bauaufträge für die Korridorsanierung der über 80 km langen Strecke zwischen Nordrhein-Westfalen und Hessen vergeben. Bereits im Sommer 2025 konnte DB InfraGO die Bauleistungen für die vier weiteren Bauabschnitte in Rheinland-Pfalz und Hessen vergeben. Die vorbereitenden Arbeiten für die Korridorsanierung ab Juli 2026 liefen im ersten Halbjahr 2026 auf Hochtouren. Auch das umfangreiche Ersatzverkehrskonzept mit Bussen wurde erarbeitet und abgestimmt. Von Mitte Mai bis Juni 2026 informierte DB InfraGO Interessierte mit einer Infomobiltour in über 20 Orten über die anstehenden Bauarbeiten und das Ersatzverkehrsangebot.
- Emmerich―Oberhausen: DB InfraGO hat im Mai 2026 die 80-wöchige Bauzeit abgeschlossen. Seit November 2024 wurden entlang der rund 73 km langen Strecke u. a. 17,5 km Gleise neu gebaut, 25,5 km neue Oberleitung installiert, 21 Brücken neu gebaut oder erweitert, vier neue Bahnsteige in Betrieb genommen, fünf Bahnübergänge beseitigt und auf rund 9 km neue Schallschutzwände aufgestellt. Zwischen Dinslaken und Voerde stehen nun in einem ersten Abschnitt drei Gleise für den Betrieb zur Verfügung. Neben den intensiven Arbeiten für den dreigleisigen Ausbau wurden auf der Strecke auch umfangreiche Ersatzinvestitionen in Form einer Korridorsanierung umgesetzt. Dabei wurden 30 km Gleise, vier Weichen, vier Bahnsteige sowie ein Brückenbauwerk erneuert.
- Leipzig — Dresden: DB InfraGO treibt die vollständige Erneuerung des Kreuzungsbauwerks am Dresdner Hauptbahnhof voran. Mit der Inbetriebnahme des neu errichteten östlichen Brückenteils am 16. Februar 2026 konnte ein weiterer bedeutender Baufortschritt erzielt werden. Die Gesamtfertigstellung ist für Herbst 2027 vorgesehen.
- Eifelstrecke: Knapp vier Jahre nach der Flutkatastrophe fahren seit dem 16. Juni 2025 wieder durchgehend Züge zwischen Gerolstein und Köln. Der DB-Konzern hat gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und Aufgabenträgern die stark beschädigte Eifelstrecke umfassend instand gesetzt. Auch die Elektrifizierung der Strecke hat begonnen, mit einem durchgehend elektrifizierten Zugverkehr wird ab 2028 gerechnet.
- Sachsen-Franken-Magistrale: Am 17. Mai 2026 wurden im Abschnitt Regis-Breitingen―Treben-Lehma die Zweigleisigkeit in konventioneller Leit- und Sicherungstechnik sowie die Oberleitungs- und Telekommunikationsanlagen in Betrieb genommen. Damit wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein bei der umfassenden Modernisierung der Sachsen-Franken-Magistrale erreicht.
- 2. Stammstrecke München: Im gesamten Münchener Stadtgebiet finden umfassende Maßnahmen im Rahmen des Projekts 2. S-Bahn-Stammstrecke München statt. Am Standort München-Westkreuz begann im April 2026 die Bauausführung für den Neubau eines Überwerfungsbauwerks und dreier Eisenbahnüberführungen. In München-Laim wurde im Juni 2026 der neue Bahnsteig in Betrieb genommen. Am Hauptbahnhof haben im Januar 2026 die Spezialtiefbauarbeiten für die westliche Erweiterung der Baugrube begonnen. Anfang 2026 hat auch der Bau des Interimsbahnhofs begonnen, der während der Bauzeit betriebsrelevante Einheiten am Hauptbahnhof beherbergen wird. Am Marienhof wurde im Juni 2026 der zweite Teil der insgesamt bis zu 5 m dicken Bodenplatte fertig betoniert. Im Zuge der Errichtung des östlichen Tunnelportals der 2. S-Bahn-Stammstrecke wurde mit der Herstellung der Bohrpfahlwand für die Rampenbauwerke sowie für das Verteilerbauwerk begonnen.
- Stuttgart 21: Das neue Inbetriebnahmekonzept wurde am 25. Juni 2026 dem Aufsichtsrat der DB AG und am 26. Juni 2026 dem Lenkungskreis Stuttgart 21 vorgestellt. Dieses weist Verschiebungen der maßgeblichen Inbetriebnahmetermine von fünf Jahren aus. So wird die zuletzt für Dezember 2026 geplante Inbetriebnahme des neuen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart nun für Dezember 2031 vorgesehen. Maßgebliche Termintreiber sind neben dem innovativen Digitalen Knoten Stuttgart nicht ausreichend fortgeschrittene Planungsprozesse, ein zentrales Technikgebäude, das bereits 2013 realisiert wurde und nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht, sowie die Sicherheitsstromversorgung, für die anstelle einer zweiten Einspeisung eine autarke Stromversorgung aufzubauen ist. Als erste verkehrlich wirksame Maßnahme sollen 2027 die baustellenbedingt verlängerten Fußgängerführungen am Hauptbahnhof stark verkürzt werden. Im gleichen Jahr soll zudem der Testbetrieb im Südabschnitt der neuen Infrastruktur von Stuttgart 21 zwischen Flughafen und dem Anschluss an die Schnellfahrstrecke Richtung Ulm beginnen. Ungeachtet dessen läuft im Durchgangsbahnhof der Bau der dritten Gitterschale am Bahnhofsturm, die einen weiteren Eingang zur Bahnsteighalle bildet. Ferner wurde mit dem Bau des Pfaffensteigtunnels begonnen. Der Pfaffensteigtunnel als Teil des Gäubahnausbaus Nord stellt die von den Projektpartnern im S21-Finanzierungsvertrag vereinbarte Anbindung der Gäubahn an den Flughafen und im weiteren Verlauf an den neu geordneten Bahnknoten Stuttgart sicher.
| Baubeginne 1. Halbjahr 2026 | |
|---|---|
| Projektname | Projektbeschreibung |
| Ausbaustrecke (ABS) Karlsruhe — Basel | Streckenabschnitt 8A NBS (PFA 8.1 Riegel―March): neue Güterumfahrung Freiburg mit 2 neuen Gleisen |
| Rhein-Ruhr-Express (RRX) | Planfeststellungsabschnitt (PFA) 3.0a (Düsseldorf-Unterrath―Düsseldorf-Kalkum): sechsgleisiger Ausbau, Neubau Kreuzungsbauwerk Kalkum |
| Station Lindau-Aeschach | Neubau Haltepunkt/Erneuerung Verkehrsstation Lindau-Aeschach: barrierefreier Ausbau und Bahnsteigverlängerung, Bau einer Personenunterführung |
| Inbetriebnahmen 1. Halbjahr 2026 | |
|---|---|
| Projektname | Projektbeschreibung |
| Kombinierter Verkehr | Umschlagbahnhof (Ubf) Großbeeren: 3. Kran |
Per 30. Juni 2026 befanden sich insgesamt 218 Bedarfsplan-(BP-) und GVFG-Projekte in Planung und Bau (57 GVFG und 161 BP). Weitere Informationen zu den Projekten sind online im BauInfoPortal verfügbar.
Programm »Kleine und mittlere Maßnahmen«
Ein Fokus von DB InfraGO liegt auf der schnellen Kapazitätserweiterung im Bestandsnetz. Bis 2030 setzen wir dazu ein umfangreiches Portfolio von kleinen und mittleren Maßnahmen um. Diese Maßnahmen verbessern kurzfristig die Engpasssituation und die Störungsresilienz des Netzes, wirken für alle Verkehrsarten (Personennah- und -fernverkehr sowie Güterverkehr) im Bestandsnetz und werden im Schwerpunkt auf dem Hochleistungsnetz umgesetzt. Zu den Projekten zählen infrastrukturelle Maßnahmen wie zusätzliche Überleitmöglichkeiten, Überholgleise oder neue Bahnsteige. Für 2026 ist die Umsetzung von 31 Maßnahmen geplant. Hiervon konnten im ersten Halbjahr 2026 u. a. bereits der Neubau des Kreuzungsbahnhofs in Rodheim sowie der Gleiswechselbetrieb in Nürnberg Hohe Marter―Nürnberg Rangierbahnhof umgesetzt werden.
Maßnahmen an Bahnhöfen
Ende Juni 2026 wurden deutschlandweit an rund 600 Bahnhöfen nennenswerte Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt, bis Jahresende 2026 sind 1.000 Bahnhöfe geplant. Einige unserer Bauprojekte mit überregionaler Bedeutung sind:
- Hagen Hauptbahnhof: Seit Anfang 2025 laufen die Arbeiten zur Erneuerung der Verkehrsstation Hagen Hauptbahnhof. Anfang 2026 wurde der Bahnsteig 4 als erster Bauabschnitt nach Umbau wieder in Betrieb genommen. Aktuell läuft die Erneuerung des Bahnsteigs 3 und des zugehörigen Hallendachs. Diese Arbeiten sollen bis Oktober 2026 abgeschlossen werden, die Hauptbauleistungen für die Bahnsteige und Hallendächer bis 2028.
- Duisburg Hauptbahnhof: Seit Mitte 2022 laufen die Arbeiten zur Erneuerung aller Bahnsteige und zum Bau des neuen Hallendachs. Nach Bau und Inbetriebnahme von vier der sechs Bahnsteige werden derzeit bis Februar 2027 der fünfte Bahnsteig und der zugehörige Hallendachanteil realisiert.
- Hannover Hauptbahnhof: Hier erfolgt seit Sommer 2022 sukzessive die Erneuerung aller Bahnsteige, Bahnsteigdächer und einiger Brückenbauwerke. Die Arbeiten am ersten Bahnsteig A (Bahnsteig inkl. -dach) und Bahnsteig B (nur Bahnsteig) sind weitestgehend abgeschlossen. Am Bahnsteig B wird nach Neubau des Bahnsteigs aktuell noch an der Ergänzung der technischen Ausrüstung und der Ausstattung gearbeitet. Die Arbeiten am Bahnsteig B sollen Ende 2026 abgeschlossen werden. Der Baustart für den dritten Bahnsteig C soll 2029 sein.
- Berlin Hauptbahnhof: Aufgrund von umfangreichen Instandhaltungsarbeiten ist die Stadtbahn in Berlin zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof vom 14. Juni bis zum 12. Dezember 2026 für Regional- und Fernzüge komplett gesperrt. Es werden auch zusätzliche Weichen und Signale eingebaut, damit Züge künftig schneller und flexibler an die Bahnsteige gelangen können.
- Bahnhof Hamburg―Altona: Hier wird der Kopfbahnhof für den Fern- und Regionalverkehr verlegt. Die heutige S-Bahn-Station Diebsteich soll zum Durchgangsbahnhof werden. Es sollen insgesamt vier Bahnsteige und ein Empfangsgebäude errichtet werden. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Anfang 2025 wurde der neue S-Bahnsteig in Betrieb genommen. Die drei Fern- und Regionalbahnsteige sollen ab Juli 2026 gebaut und voraussichtlich 2029 fertiggestellt werden.
- Fahrtreppen: An diversen Bahnhöfen mit Fahrtreppen der Firma KONE mussten im Februar 2026 diese Anlagen vorsorglich außer Betrieb genommen werden, als im Berliner Hauptbahnhof kritische Ereignisse registriert wurden. Nachdem die Ursache identifiziert war, wurden bundesweit alle baugleichen Fahrtreppen geprüft. Davon konnten etwa zwei Drittel ohne Beanstandungen wieder in Betrieb genommen werden. Die beanstandeten Getriebe wurden größtenteils bis 30. Juni 2026 getauscht, davon zehn Anlagen komplett.
Darüber hinaus hat DB InfraGO im ersten Halbjahr 2026 die Modernisierung von 67 Bahnhöfen gem. dem Zielbild der zukunftsfähigen Bahnhöfe umgesetzt. 2026 sollen mindestens 130 Bahnhöfe zu zukunftsfähigen Bahnhöfen entwickelt werden.