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Entwicklung der Geschäftsfelder

Transformation von DB Cargo

Die Transformation von DB Cargo umfasst strukturelle, prozessuale, operative und organisatorische Maßnahmen, die bis 2030 einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 1 Mrd. € leisten sollen. Bund und Europäische Kommission begleiten entsprechend den Vorgaben des EU-Beihilfeverfahrens den Transformationsprozess eng.

Mit der Transformation soll DB Cargo nachhaltig wettbewerbsfähig und wirtschaftlich tragfähig werden. Im Mittelpunkt stehen fünf Transformationsfelder:

  • die Sanierung des Einzelwagenverkehrs,
  • die Steigerung von Produktivität und Qualität,
  • die Umsetzung vertrieblicher Maßnahmen,
  • die Optimierung des Produktportfolios sowie
  • die Umsetzung von Maßnahmen im Zusammenhang mit Beteiligungen.

Positive Ergebniseffekte aus der Umsetzung von Transformationsmaßnahmen

Trotz einer rückläufigen Verkehrsleistung u. a. infolge eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds hat sich die Entwicklung des bereinigten EBIT von DB Cargo im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 deutlich verbessert, blieb aber knapp negativ. Aus der Umsetzung von Maßnahmen des Transformationsprogramms resultierte im ersten Halbjahr 2026 ein positiver Ergebnisbeitrag (EBIT bereinigt) von 171 Mio. €. Die Zahl der Mitarbeitenden sank per 30. Juni 2026 deutlich.

DB Cargo hat sich Mitte Juni 2026 mit dem Betriebsrat und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf einen weiteren Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. Bis 2030 soll die Zahl der Mitarbeitenden von DB Cargo in Deutschland um rund 6.200 reduziert werden. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die weitere Sanierung sozialverträglich umzusetzen. Dies soll insbesondere die Weiterentwicklung des Einzelwagenverkehrs, eine deutlich schlankere Planung und Disposition, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in der Instandhaltung sowie die Anpassung administrativer Strukturen ermöglichen.

Durch die Bündelung von Werkstattkapazitäten entlang der wesentlichen Produktionskorridore soll die Flottenverfügbarkeit bei wettbewerbsfähigen Kosten gesichert werden. Mobile Instandhaltungsteams sollen weiterhin die Präsenz in der Fläche gewährleisten. Parallel setzt DB Cargo die überwiegend konzerninterne Veräußerung ausgewählter Werkstattstandorte um.

Einzelwagenverkehr als Kern der industriellen Versorgung

Für bestimmte Branchen (u. a. Stahl, Chemie, Automotive, Energie) stellt der Einzelwagenverkehr eine wichtige Transportinfrastruktur dar, da die Kunden weder über Ganzzugmengen noch über wirtschaftliche Alternativen auf Straße oder Wasserstraße verfügen. Der Einzelwagenverkehr ist damit ein wesentlicher Standortfaktor für die deutsche Industrie. Konzernexterne Güterbahnen haben bislang kein vergleichbares flächendeckendes Transportsystem aufgebaut.

Ziel der Transformation ist auch die langfristige wirtschaftliche Absicherung dieses Systems. Hierfür verfolgt DB Cargo vier zentrale Handlungsfelder:

  • Netzwerkneuausrichtung durch Hub-System: Ab 2027 soll die Produktion auf vier zentrale Hubs sowie weitere regionale Knoten ausgerichtet werden. Das neue System soll rund 98 % der heutigen Mengenbedienung bei stark reduzierter Anzahl der eingebundenen Güterverkehrsstellen sichern und eine deutlich effizientere Produktion durch hochfrequente Verbindungen zwischen den Kernstandorten sowie eine bessere Auslastung von Personal, Lokomotiven und Güterwagen ermöglichen. Die wesentlichen Trassen- und Standortentscheidungen wurden bereits getroffen.
  • Operative Stabilisierung und Produktivitätssteigerung: Gleichzeitig soll die Qualität der Leistungserbringung verbessert werden. Im Fokus stehen höhere Pünktlichkeit, bessere Leerwagensteuerung, zuverlässigere Kundenzustellung, multifunktionale Stellenprofile sowie eine weitere Reduzierung der Produktionskosten. Ein zentrales Element ist die Bündelung und Optimierung von Planungs- und Durchführungsverantwortung innerhalb des Netzwerks.
  • Zugbildungsanlage Mannheim: Die Zugbildungsanlage Mannheim dient als Pilotstandort für die Optimierung des Einzelwagensystems. Verbesserungen bei Pünktlichkeit, Planmäßigkeit, Personalproduktivität und Anlagenverfügbarkeit werden teilweise gemeinsam mit DB InfraGO entwickelt und anschließend auf weitere Zugbildungsstandorte übertragen.
  • Ausgleich des systemischen Nachteils für die Branche: Auch nach vollständiger Umsetzung der Transformations- und Preismaßnahmen bleibt ein struktureller Wettbewerbsnachteil des Einzelwagenverkehrs gegenüber dem Ganzzugverkehr bestehen, der sich aktuell nach unserer Bewertung bei DB Cargo auf rund 270 Mio. € pro Jahr beläuft. Zum Erhalt des Einzelwagensystems ist eine langfristige Förderung für die gesamten Branche im Bundeshaushalt und eine vollständige marktanteilsgerechte Ausschüttung der Mittel anhand der erbrachten Ist-Leistungen nötig. Bei anhaltender Unterschreitung des notwendigen Fördervolumens und gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Flächennetzwerks ist das Einzelwagensystem wirtschaftlich nicht tragfähig. Der Erhalt des Einzelwagenverkehrs erfordert damit auch eine politische Grundsatzentscheidung über die gewünschte industrielle Infrastruktur Deutschlands. Insbesondere Schlüsselbranchen wie Chemie, Stahl oder auch Automotive können ohne Einzelwagenverkehr auf der Schiene keine Standorte flächendeckend in Deutschland betreiben.

Zielbild 2030: europäischer Schienengüterverkehrsanbieter entlang internationaler Korridore

Um die Fortschritte der Transformation abzusichern und das Ziel zu erreichen, ein integrierter europäischer Schienengüterverkehrsanbieter zu werden, soll auch das europäische Netzwerk von DB Cargo weiterentwickelt werden. Seit dem ersten Halbjahr 2026 werden dafür drei strategische Weiterentwicklungen vorbereitet:

  • Einführung eines integrierten europäischen Vertriebsmodells mit gemeinsamer Marktbearbeitung und europaweiten Vertriebsstrategien,
  • Umsetzung einer grenzüberschreitenden Korridorproduktion auf den Nord-Süd-, Süd-West- und Osteuropa-Korridoren,
  • Verbesserung des Kapazitätsmanagements und stärkere Integration zwischen Branchen, Produktion und europäischen Tochtergesellschaften an den internationalen Schnittstellen.

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