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Entwicklung der Geschäftsfelder

Entwicklung im ersten Halbjahr 2026

  • Pünktlichkeit infolge zusätzlicher witterungs- und baubedingter Einschränkungen der Infrastrukturverfügbarkeit deutlich schwächer.

  • Verbessertes Yield-Management bei reduziertem Fahrplanangebot sowie Umsetzung erster Sanierungsmaßnahmen im Rahmen von »Neustart Fernverkehr« verbesserten die wirtschaftliche Entwicklung deutlich.

  • Erträge aus Fahrzeugverkäufen sowie niedrigere Abschreibungen infolge der Wertberichtigung von Schienenfahrzeugen im Dezember 2025 wirkten unterstützend.

DB Fernverkehr1. HalbjahrVeränderung
20262025absolut%
Pünktlichkeit in %58,763,4–4,7
Reisendenpünktlichkeit in %63,268,7–5,5
Kundenzufriedenheit in Schulnote2,62,5+0,1
Reisende in Mio.64,666,3–1,7–2,6
Verkehrsleistung in Mio. Pkm20.98921.949–960–4,4
Betriebsleistung in Mio. Trkm76,380,6–4,3–5,3
Auslastung in %46,746,2+0,5
Gesamtumsatz in Mio. €3.0522.974+78+2,6
Außenumsatz in Mio. €2.9562.881+75+2,6
EBITDA bereinigt in Mio. €419240+179+74,6
EBIT bereinigt in Mio. €148–59+207
Brutto-Investitionen in Mio. €559377+182+48,3
Mitarbeitende per 30.06. in VZP19.76221.045–1.283–6,1
Mitarbeitende im Durchschnitt in VZP19.95721.112–1.155–5,5

Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die Pünktlichkeit von DB Fernverkehr trotz intensiver Gegensteuerung schwächer als geplant entwickelt. Wesentliche Treiber waren u. a. der massive Wintereinbruch zu Jahresbeginn 2026 mit negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Eisenbahninfrastruktur sowie die Hitzeperiode im Juni 2026. Weitere Hauptursachen waren der strukturell schlechte Infrastrukturzustand, Kapazitätseinschränkungen durch eine hohe Bautätigkeit sowie punktuelle Überlastungen in den großen Verkehrsknoten.

Analog zur betrieblichen Pünktlichkeit hat sich auch die Reisendenpünktlichkeit im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 rückläufig entwickelt.

Die Kundenzufriedenheit verschlechterte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 aufgrund der deutlich schwächeren Pünktlichkeit. Eine kompensierende positive Wirkung hatten die zahlreichen Kundenzufriedenheitsmaßnahmen, wie z. B. die weitere Modernisierung der Flotte. Zudem zeigten die Maßnahmen des Sofortprogramms »Mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs« Wirkung: Die Zufriedenheit mit der Sauberkeit an Bord und in den Zugtoiletten verbesserte sich.

Die Leistungsentwicklung war im ersten Halbjahr 2026 negativ:

  • Reisendenzahl und Verkehrsleistung: Rückgang infolge der geringeren Betriebsleistung. Belastend wirkten die hohe Bautätigkeit und die niedrige Pünktlichkeit. Die Verkehrsleistung sank dabei deutlicher als die Reisendenzahl.
  • Betriebsleistung: Rückgang infolge eines optimierten Fahrplanangebots durch die Reduzierung auslastungsschwacher Verkehre sowie durch bau- und witterungsbedingte Einschränkungen.
  • Auslastung: leichter Anstieg durch die Reduzierung auslastungsschwächerer Angebote.

Die wirtschaftliche Entwicklung verbesserte sich insbesondere durch ein optimiertes Yield-Management, Erträge aus Fahrzeugverkäufen, geringere Kosten infolge eines reduzierten Angebots und niedrigere Abschreibungen, resultierend aus der Wertberichtigung des Anlagevermögens im Dezember 2025. Auch die Umsetzung des Sanierungsprogramms machte sich positiv bemerkbar. Die schwierige betriebliche Situation belastet die Entwicklung weiterhin. Die operativen Ergebnisgrößen stiegen deutlich an, das bereinigte EBIT war wieder positiv.

Die Ertragsentwicklung hat sich verbessert:

  • Umsatz (+2,6 % /+78 Mio. €): Anstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Das reduzierte Fahrplanangebot wurde durch höhere Preise, gestiegene Auslastung und gestiegene Sitzplatzreservierungen infolge erhöhter Nachfrage überkompensiert.
  • Sonstige betriebliche Erträge (+16,6 % /+45 Mio. €): deutlicher Anstieg v. a. aufgrund höherer Erträge aus Fahrzeugverkäufen. Gegenläufig wirkten niedrigere erhaltene infrastrukturbedingte Schadenersatzzahlungen.

Der Aufwand ging spürbar zurück, insbesondere durch geringere Aufwendungen für Trassennutzung infolge des reduzierten Fahrplanangebots und niedrigerer Abschreibungen aufgrund der Wertberichtigung des Anlagevermögens aus dem Vorjahr.

  • Materialaufwand (–3,3 % /–59 Mio. €): Rückgang, im Wesentlichen infolge der Entwicklung der Aufwendungen für die Infrastrukturnutzung aufgrund eines geringeren Fahrplanangebots, u. a. durch ein erhöhtes Baugeschehen sowie Preisabsenkungen.
  • Abschreibungen (–9,4 % /–28 Mio. €): deutlicher Rückgang, resultierend aus einer im Dezember 2025 aufgrund von Wertminderung vorgenommenen Wertberichtigung des Anlagevermögens, v. a. auf Schienenfahrzeuge. Gegenläufig wirkten höhere Abschreibungen infolge des Zulaufs neuer Fahrzeuge.
  • Personalaufwand (–0,5 % /–4 Mio. €): etwa auf Vorjahresniveau. Die Tarifeffekte und Abfindungszahlungen wurden durch eine geringere Anzahl an Mitarbeitenden kompensiert.

Der leichte Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen wirkte geringfügig dämpfend:

  • Sonstige betriebliche Aufwendungen (+1,4 % /+6 Mio. €): Anstieg v. a. aufgrund höherer Mieten bei Auslandsbahnen. Dieser Anstieg wird zum Teil durch Einsparungen bei IT-Aufwendungen sowie Marketingmaßnahmen kompensiert.

Die Investitionen stiegen deutlich, insbesondere aufgrund von Investitionen in die Fahrzeugflotte (u. a. durch die Abnahme neuer ICE-3neo- und ICE-L-Züge) sowie in den Neubau des Werks Dortmund-Hafen.

Die Zahl der Mitarbeitenden ging per 30. Juni 2026 im Zuge der weiteren Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Sanierungsprogramms zurück.

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