Pünktlichkeit
Zusätzlich zur Stabilisierung und Verbesserung der Pünktlichkeit lag im ersten Halbjahr 2026 der Fokus auf einer schnellen Verbesserung des Reiseerlebnisses der Reisenden.
| Pünktlichkeit / in % | 1. Halbjahr 2026 | 2025 | 1. Halbjahr2025 |
|---|---|---|---|
| Schiene DB-Konzern in Deutschland | 87,4 | 87,9 | 89,4 |
| DB-Schienenpersonenverkehr in Deutschland | 87,5 | 88,0 | 89,5 |
| DB Fernverkehr | 58,7 | 60,1 | 63,4 |
| DB Regio | 88,2 | 88,7 | 90,2 |
| DB Cargo (Deutschland) | 64,5 | 67,7 | 67,8 |
| Reisendenpünktlichkeit (DB Fernverkehr) | 63,2 | 65,5 | 68,7 |
Für die Messung der Pünktlichkeit erfassen wir kontinuierlich für jede durchgeführte Zug-/Busfahrt die Ist-Zeit im Vergleich zur Soll-Ankunftszeit. Den Anteil der Ankünfte an Verkehrshalten bzw. Zielbahnhöfen bis zu einer definierten Abweichung fassen wir im Pünktlichkeitsgrad zusammen.
Pünktlichkeit DB Regio angepasst auf haltegewichtete Darstellung.
Die Pünktlichkeit im Schienenverkehr in Deutschland hat sich trotz des Ziels einer Stabilisierung im ersten Halbjahr 2026 verringert. Gründe für die Entwicklung waren v. a.:
- Schlechter Anlagenzustand: Der Zustand der Infrastruktur ist weiter ein zentraler Treiber für Zusatzverspätungen im Netz. Eine Vielzahl an Anlagen ist überaltert sowie überlastet. Dies führt zu Störungen u. a. bei Altstellwerken, im Bereich des Oberbaus und bei Bahnbrücken. Daraus entsteht eine hohe Anzahl an Langsamfahrstellen, die die Betriebsqualität beeinträchtigen.
- Intensive Bautätigkeit: Auch im ersten Halbjahr 2026 lag ein Fokus auf der Modernisierung des Streckennetzes u. a. im Rahmen der Korridorsanierungen. Das führt zu Kapazitätseinschränkungen, teilweise kritisch ausgelasteten Umleiterstrecken und Fahrzeitverlängerungen. V. a. kurzfristig notwendige Baubedarfe mit geringen Prozessvorlaufzeiten erhöhen die Komplexität im Netz.
- Hohe Verkehrsdichte: Das Wachstum von Verkehren findet zum größten Teil in den bereits heute hochbelasteten Korridoren statt. Diese Überlastungen der begrenzten Infrastrukturkapazität verursachen hohe Verspätungsübertragungen in das gesamte Netz durch sog. Zugfolgeverspätungen. Die dadurch entstehenden Staueffekte summierten sich im ersten Halbjahr 2026 auf ein neues Allzeithoch.
- Extreme Witterungsbedingungen: Der massive Wintereinbruch zu Jahresbeginn 2026 hatte bundesweite Auswirkungen auf den Bahnbetrieb. Das Störungsniveau der Infrastruktur stieg infolgedessen deutlich an. Zudem sorgte die Hitzeperiode im Juni 2026 für starke Beeinträchtigungen u. a. aufgrund eines deutlichen Anstiegs von Anlagenstörungen.
Trotz der erheblichen Einschränkungen lag ein Schwerpunkt darauf, den Bahnbetrieb auch während der kritischen Phasen möglichst weitgehend aufrechtzuerhalten und Reisende bestmöglich zu unterstützen. Nach dem herausfordernden Jahresbeginn hat sich die Pünktlichkeit in den darauffolgenden Monaten bis zur Hitzewelle stabilisiert. Es wurden v. a. folgende Schwerpunktmaßnahmen in die Umsetzung gebracht:
- Digitaler Befehl: Mit dem Digitalen Befehl wird ein etabliertes Verfahren der Kommunikation zwischen Zugverkehrssteuernden und Triebfahrzeugführer:innen digitalisiert.
- Taskforce zuverlässige Bahn: Auf Grundlage der »Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene« wurde die Taskforce zuverlässige Bahn damit beauftragt, Maßnahmen für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene zu erarbeiten. Die Taskforce hat 22 Maßnahmenempfehlungen beschlossen, die möglichst unmittelbar umsetzbar sind. Ein Teil der Maßnahmen behandelt die schnelle Stabilisierung hochbelasteter Knoten. Dazu gehört bspw. die streckenweise Einführung eines zusätzlichen zeitlichen Puffers im Betrieb. Die Pufferminute wurde bereits seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 auf ausgewählten Strecken eingeführt, ab 2027 sollen weitere ausgewählte Strecken hinzukommen. Mit der Umsetzung der Maßnahmenempfehlungen der Taskforce zuverlässige Bahn wird der Einsatz der sog. Flex-Abfahrten ausgeweitet.
- Qualitätsoffensive Hamburg — Hannover: Der Korridor Hamburg — Hannover ist sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr von hoher Bedeutung. Aufgrund der hohen Belastung wurde die Stecke zwischen Mai und Juli 2026 modernisiert. Das beinhaltete u. a. Arbeiten an den Bahnhöfen, den Gleisen, den Weichen, den Brücken und der Oberleitung. Ziel ist die kurzfristige Verbesserung der Infrastruktur und damit eine unmittelbare Erhöhung der Betriebsqualität.
- Modernisierung Nord-Süd-Verbindung Bayern: Seit Ende Februar 2026 ist auf der für den Personen- und Güterverkehr wichtigen Strecke München — Ingolstadt die erweiterte Linienförmige Zugbeeinflussung (LZB) zwischen Petershausen und Rohrbach in Betrieb. Die Technik überwacht Geschwindigkeit und Abstand der Züge kontinuierlich und ermöglicht so eine effizientere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Die Geschwindigkeit wurde in dem Abschnitt von 160 km / h auf 190 km / h erhöht.
- Verbesserung Stellwerksbesetzung: Die Personalsituation in den Stellwerken wurde durch verstärkte Einstellungen sowie durch Ausbildung und Qualifizierung verbessert. In der Folge sollen Verspätungen und Angebotseinschränkungen aufgrund von Personalmangel zurückgehen.