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Entwicklung der Geschäftsfelder

Entwicklungen auf den relevanten Märkten

Die nachstehend beschriebenen Entwicklungen basieren auf teilweise vorläufigen Datenständen bzw. unterschiedlichen Zeithorizonten, da zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch keine vollständigen Daten über die Marktentwicklungen im ersten Halbjahr 2026 vorlagen.

Deutscher Personenverkehrsmarkt

Der deutsche Personenverkehrsmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 eine negative Tendenz. Der Schienenpersonennahverkehr behauptete sich gegen den Trend. Die Preiserhöhung des Deutschland-Tickets zum 1. Januar 2026 auf 63 € sowie saisonale Effekte haben am Jahresbeginn 2026 zu einem üblichen leichten Rückgang der Abonnements geführt.

  • Die Fahrleistung des motorisierten Individualverkehrs lag im ersten Quartal 2026 unter dem Vorjahresniveau. Winterextreme in den Monaten Januar und Februar 2026 sowie massiv steigende Kraftstoffpreise im März 2026 haben das Segment beeinträchtigt. Im zweiten Quartal 2026 wurde die Kraftstoffpreisentwicklung durch den temporären Tankrabatt abgefedert.
  • Der innerdeutsche Luftverkehr startete im ersten Quartal 2026 deutlich gestärkt (+4 %) gegenüber dem streikbehafteten Vorjahreszeitraum. Nach stark gestiegenen Kerosinpreisen reagierte die Luftverkehrsbranche in Europa mit einer wachsenden Anzahl an Flugstreichungen im zweiten Quartal 2026. Streiks im Frühjahr und die Einstellung des Lufthansa-Cityline-Flugbetriebs reduzierten das Angebot zusätzlich.

Schienenpersonenverkehr

Der Schienenpersonenverkehr verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang der Verkehrsleistung (–2,6 %) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Verkehrsleistung des DB-Konzerns ging in diesem Zeitraum ebenfalls zurück. Massive Schneefälle im Januar und Februar 2026 verursachten deutschlandweite Ausfälle im Schienenpersonenverkehr. Im zweiten Quartal 2026 sind deutliche Aufholeffekte zu erwarten. Das anhaltende Baugeschehen der Korridorsanierungen wirkt allerdings dämpfend.

  • Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) war im ersten Quartal 2026 leicht rückläufig (–0,2 %). Entgegen dem Markttrend verzeichnete DB Regio Schiene eine vergleichsweise solide Leistungssteigerung (+1,2 %). Im zweiten Quartal 2026 dürfte die Nachfrage gestiegen sein, sodass im ersten Halbjahr 2026 ein Wachstum gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum realisiert worden sein sollte.
  • Der Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) ging im ersten Quartal 2026 sehr deutlich zurück (–6 %). Im zweiten Quartal 2026 sollte es zu angebotsbedingten Aufholeffekten v. a. infolge von Preismaßnahmen und Taktverdichtungen gekommen sein.

Öffentlicher Straßenpersonenverkehr

Der Gesamtmarkt des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs (ÖSPV) verzeichnete im ersten Quartal 2026 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einen leichten Verkehrsleistungsgewinn (+1,4 %). Dieser ist v. a. auf positive Basiseffekte durch den Wegfall von Streiks im ersten Halbjahr 2025 und stark steigende Kraftstoffpreise im März 2026 zurückzuführen.

  • Beim Busliniennahverkehr betrug der Zuwachs im ersten Quartal 2026 1,3 %. DB Regio Straße verbuchte im gleichen Zeitraum ein Leistungsplus von 0,4 %. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich das Leistungsplus gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 5,8 % ausgeweitet.
  • Der Buslinienfernverkehr legte im ersten Quartal 2026 gegenüber dem äußerst schwachen Vorjahreszeitraum deutlich zu (+5,7 %), bleibt aber auf einem niedrigen Niveau, u. a. bedingt durch die Kannibalisierung durch andere Verkehrssegmente infolge des Deutschland-Tickets.

Deutscher Güterverkehrsmarkt

Das erste Halbjahr 2026 war durch eine hohe Unsicherheit aufgrund der Verschärfung des Nahostkonflikts geprägt. Stei-gende Energie- und Transportpreise erhöhten die Marktanspannung im deutschen Güterverkehr. Zusätzlich wirkten sich erhöhte Zölle insbesondere der USA sowie die industrielle Aufholbewegung in China dämpfend auf den deutschen Außenhandel, die Industrieproduktion und letztlich die Transportnachfrage aus. Nahezu alle Verkehrsträger verzeichneten Rückgänge, während der Straßengüterverkehr stabil verlief. Die Belastungen durch die Verschärfung des Nahostkonflikts trafen dabei auf strukturelle Herausforderungen wie hohe Betriebskosten und einen anhaltenden Fachkräftemangel.

Schienengüterverkehr

Nach bisherigen Veröffentlichungen durch das Statistische Bundesamt lag die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr (SGV) bis März 2026 mit einem Rückgang um 3,6 % unter dem bereits niedrigen Vorjahresniveau. Dies spiegelt v. a. die schwachen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Kapazitätseinschränkungen der Schieneninfrastruktur wider.

Besonders deutliche Rückgänge verzeichneten im ersten Quartal 2026 Massengüter wie Kohle, Koks und Mineralölerzeugnisse. Auch die rückläufige Produktion der Chemie- und Automobilindustrie schlug sich in den Transportmengen nieder, die um 4,9 % bzw. 3,0 % unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum lagen. Sogar der Kombinierte Verkehr, der mit einem Anteil von rund 45 % weiterhin das wichtigste Segment des Schienengüterverkehrs darstellt, entwickelte sich trotz bereits rückläufiger Vorjahreswerte im ersten Quartal 2026 erneut negativ. Der Containerumschlag in den Nordseehäfen ging ebenfalls deutlich zurück.

Straßengüterverkehr

Die schwache Konjunktur, Kapazitätsengpässe und steigende Betriebskosten belasteten den Straßengüterverkehrsmarkt. Die schwache Entwicklung spiegelt sich auch in der Mautstatistik des Bundesamtes für Logistik und Mobilität wider: Die mautpflichtigen Fahrleistungen lagen in den ersten Monaten 2026 überwiegend unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt blieb die Fahrleistung auf dem mautpflichtigen Straßennetz bis April 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem Minus von 0,6 % weitgehend stabil. Positive Impulse gingen weiterhin vom Kurier-, Express- und Paketdienst (KEP) aus, der von der anhaltenden Dynamik im E-Commerce profitierte.

Binnenschifffahrt

Der Abwärtstrend der Binnenschifffahrt hielt an. Die Verkehrsleistung lag seit März 2025 kontinuierlich unter dem Vorjahresniveau. Bis Februar 2026 verzeichnete die Binnenschifffahrt einen Rückgang um 8,6 %. Besonders stark sanken die Transporte von Massengütern wie Baustoffen (–31,9 %), Mineralölerzeugnissen (–11,2 %) und Getreide (–6,1 %).

Europäischer Schienengüterverkehrsmarkt

Nach bisherigen Veröffentlichungen von Eurostat ging die Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr im ersten Quartal 2026 um 2,5 % zurück. Hauptursache ist der weitere Rückgang der Produktion in schienenaffinen Industriesektoren. Die Auswirkungen von internationalen Handelsrestriktionen verstärken die negativen Effekte auf den Güterverkehr, insbesondere chinesische Importe suchen nach alternativen Absatzmöglichkeiten und erhöhen den Kostendruck in Europa. Des Weiteren wirken sich die deutlich gestiegenen Energiepreise negativ auf die Produktion bestimmter Industriezweige, u. a. Chemie und Automotive, und somit die Transportmengen aus.

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