Ergebnisentwicklung
Die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns wurde im ersten Halbjahr 2026 im Wesentlichen geprägt durch positive Effekte aus der Umsetzung von Maßnahmen der Sanierungs- und Transformationsprogramme in den Geschäftsfeldern (insbesondere DB Fernverkehr und DB Cargo) und der Konzernleitung. Auch die höhere Förderung von Instandhaltungsleistungen für die Schieneninfrastruktur durch den Bund wirkte deutlich ertragssteigernd. Die Umsatzentwicklung insbesondere bei DB Regio und DB Fernverkehr hatte einen zusätzlich positiven Effekt. Gegenläufig kam es zu weiteren Belastungen insbesondere aus höheren Personalaufwendungen (im Wesentlichen Tarifeffekte), allgemeinen Preissteigerungen sowie der Umsetzung der Sofortprogramme. Die schwache betriebliche Qualität belastete die Entwicklung weiterhin. Zudem führten die in den Vorjahren vom Bund durch Eigenkapitalerhöhungen finanzierten Schieneninfrastrukturinvestitionen zu höheren Abschreibungen, die die Ergebnisentwicklung belasteten. Weitere Informationen im Abschnitt Entwicklung der Geschäftsfelder.
Die operativen Ergebnisgrößen stiegen insgesamt spürbar an, auch das bereinigte EBIT war wieder deutlich positiv. Insbesondere bei DB InfraGO blieb die Situation aber angespannt. DB Cargo hat ein positives bereinigtes EBIT nur knapp nicht erreicht.
Überleitung auf die bereinigte Ergebnisrechnung
Die Überleitung auf die bereinigte Ergebnisdarstellung erfolgt in zwei Schritten. Das Vorgehen bei den Umgliederungen und Bereinigungen ist unverändert und im Geschäftsbericht 2025 erläutert.
| Überleitung auf die bereinigte Gewinn- und Verlustrechnung / in Mio. € | 1. Halbjahr | Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2026 | Umgliederungen | Bereinigung Sondereffekte | 2026 bereinigt | 2025 bereinigt | absolut | % | |
| Umsatz | 13.594 | – | –10 | 13.584 | 13.338 | +246 | +1,8 |
| Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen | 2.111 | – | – | 2.111 | 2.039 | +72 | +3,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 3.204 | – | –181 | 3.023 | 1.989 | +1.034 | +52,0 |
| Materialaufwand | –6.357 | – | 18 | –6.339 | –5.992 | –347 | +5,8 |
| Personalaufwand | –8.763 | – | 130 | –8.633 | –8.517 | –116 | +1,4 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –1.728 | – | 111 | –1.617 | –1.459 | –158 | +10,8 |
| EBITDA | 2.061 | – | 68 | 2.129 | 1.398 | +731 | +52,3 |
| Abschreibungen | –1.715 | 1 | – | –1.714 | –1.637 | –77 | +4,7 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | EBIT bereinigt | 346 | 1 | 68 | 415 | –239 | +654 | – |
| Zinsergebnis | Operativer Zinssaldo | –196 | –1 | – | –197 | –269 | +72 | –26,8 |
| Operatives Ergebnis nach Zinsen | 150 | 0 | 68 | 218 | –508 | +726 | – |
| Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen | Beteiligungsergebnis | 2 | 4 | – | 6 | 10 | –4 | –40,0 |
| Übriges Finanzergebnis | 12 | –3 | – | 9 | –96 | +105 | – |
| PPA-Amortisation Kundenverträge | – | –1 | – | –1 | – | –1 | – |
| Ergebnis aus Sondereffekten | – | – | –68 | –68 | –165 | +97 | –58,8 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 164 | – | – | 164 | –759 | +923 | – |
| Ertragsteuern | –17 | – | – | –17 | –1 | –16 | – |
| tatsächliche Ertragsteuern | –17 | – | – | –17 | –10 | –7 | +70,0 |
| latenter Steueraufwand (–)/-ertrag (+) | 0 | – | – | 0 | 9 | –9 | –100 |
| Ergebnis nach Ertragsteuern (fortgeführte Geschäftsbereiche) | 147 | – | – | 147 | –760 | +907 | – |
| Ergebnis nach Ertragsteuern (nicht fortgeführte Geschäftsbereiche) 1) | –22 | – | – | –22 | 7.653 | –7.675 | – |
| Ergebnis nach Ertragsteuern 1) | 125 | – | – | 125 | 6.893 | –6.768 | –98,2 |
| Aktionäre der DB AG 1) | 110 | – | – | 110 | 6.876 | –6.766 | –98,4 |
| Hybridkapitalgeber | 8 | – | – | 8 | 14 | –6 | –42,9 |
| andere Gesellschafter (nicht beherrschende Anteile) | 7 | – | – | 7 | 3 | +4 | +133 |
1) Enthält für das erste Halbjahr 2025 die Werte vom 1. Januar bis 30. April 2025 von DB Schenker.
Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 (bereinigte Ergebnisrechnung)
Die Ertragsentwicklung war insgesamt deutlich positiv:
- Sonstige betriebliche Erträge (+52,0 %/+1.034 Mio. €): deutlicher Anstieg, ganz wesentlich getrieben durch die höhere Förderung von Instandhaltungsleistungen für die Schieneninfrastruktur durch den Bund (+0,9 Mrd. €). Höhere Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen (im Wesentlichen aus Fahrzeugverkäufen bei DB Fernverkehr und DB Cargo) sowie für Schadenersatz unterstützten die Entwicklung. Teilweise gegenläufig wirkte u. a. der Rückgang staatlicher Zuschüsse bei DB Cargo (v. a. geringere Förderungen für Trassenpreise sowie im Zusammenhang mit dem Einzelwagenverkehr).
- Umsatz (+1,8 %/+246 Mio. €): leichter Anstieg, getrieben durch DB Regio und DB Fernverkehr.
- Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (+3,5 %/+72 Mio. €): leichter Anstieg, der v. a. aus dem höheren Bau- und Projektvolumen in der Eisenbahninfrastruktur resultierte.
Auf der Aufwandsseite kam es zu zusätzlichen Belastungen v. a. infolge höherer Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen sowie für Personal:
- Materialaufwand (+5,8 %/+347 Mio. €): deutlicher Anstieg, getrieben v. a. durch eine weitere Ausweitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit in der Infrastruktur. Diese Maßnahmen wurden teilweise durch den Bund ausgeglichen (Gegenposition in den sonstigen betrieblichen Erträgen). Zusätzliche Belastungen resultierten zudem u. a. aus der Umsetzung der Sofortprogramme. Teilweise kompensierend wirkten u. a. leistungsbedingt geringere Aufwendungen bei DB Cargo und DB Energie. Zudem wirkten bei DB Energie geringere Strombezugskosten (u. a. infolge umgesetzter Optimierungsmaßnahmen im Bezugsportfolio) aufwandsmindernd.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen (+10,8 %/+158 Mio. €): deutlicher Anstieg infolge zusätzlicher Belastungen u. a. im Zusammenhang mit Abgängen von Sach-anlagen (insbesondere bei DB InfraGO), für Mieten für Schienenfahrzeuge (insbesondere bei DB Fernverkehr im Wesentlichen infolge der im zweiten Halbjahr 2025 geschlossenen Sale-and-Leaseback-Vereinbarung über insgesamt 25 ICE-3neo-Triebzüge) sowie für Schadenersatz. Darüber hinaus stiegen Projektaufwendungen bei DB InfraGO. Teilweise kompensierend wirkten u. a. aufwandsreduzierende Effekte auch im Zusammenhang mit dem Verkauf von Beteiligungen im zweiten Halbjahr 2025.
- Personalaufwand (+1,4 %/+116 Mio. €): leichter Anstieg, im Wesentlichen getrieben durch Tarifeffekte. Der leichte Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeitendenzahl wirkte teilweise kompensierend.
| Mitarbeitende | 2026 | 2025 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| absolut | % | |||
| Vollzeitpersonen (VZP) per 30.06. | 217.665 | 222.519 | –4.854 | –2,2 |
| VZP im Durchschnitt des ersten Halbjahres | 217.916 | 223.476 | –5.560 | –2,5 |
| Natürliche Personen (NP) per 30.06. | 225.817 | 230.936 | –5.119 | –2,2 |
- Die Zahl der Mitarbeitenden ging zurück. Hier machten sich insbesondere der Rückgang in den Bereichen Verwaltung und Vertrieb sowie Maßnahmen im Rahmen der Transformation von DB Cargo bemerkbar. Gegenläufig stieg die Zahl der Mitarbeitenden in den operativen Bereichen (insbesondere bei DB InfraGO) an.
- Abschreibungen (+4,7 %/+77 Mio. €): deutlicher, investitionsbedingter Anstieg (ganz wesentlich getrieben durch höhere Abschreibungen in der Schieneninfrastruktur). Geringere Abschreibungen infolge des Verkaufs von Schienenfahrzeugen (v. a. DB Fernverkehr und DB Cargo) sowie der Wertberichtigung von Schienenfahrzeugen (DB Fernverkehr) im Vorjahr wirkten teilweise kompensierend.
- Operative Ergebnisgrößen (vor Zinsen): Das bereinigte EBIT (+654 Mio. €) und das bereinigte EBITDA (+52,3 % /+731 Mio. €) stiegen infolge der Ertragsentwicklung spürbar an, das Niveau war aber insgesamt weiter nicht zufriedenstellend.
- Operativer Zinssaldo (–26,8 %/+72 Mio. €): spürbare Verbesserung, die ganz maßgeblich aus einem etwas niedrigeren Durchschnittszins sowie einem tilgungsbedingten Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierte. In der Folge gingen die Aufwendungen im Zusammenhang mit Finanzverbindlichkeiten deutlich zurück. Unterstützend wirkte der Anstieg der Zinserträge aus Geldanlagen, die v. a. infolge des Mittelzuflusses aus dem Verkauf von DB Schenker Ende April 2025 im Durchschnitt höher waren als im ersten Halbjahr 2025.
- Operatives Ergebnis nach Zinsen (+726 Mio. €): spürbarer Anstieg, getragen durch die operative Ergebnisentwicklung sowie die Verbesserung des operativen Zinssaldos.
- Beteiligungsergebnis (–40,0 %/–4 Mio. €): deutlicher Rückgang auf einem niedrigen Niveau, maßgeblich getrieben durch die negative Ergebnisentwicklung der EUROFIMA Europäische Gesellschaft für die Finanzierung von Eisenbahnmaterial, Basel/Schweiz, sowie der Lokomotion Gesellschaft für Schienentraktion mbH.
- Übriges Finanzergebnis (+105 Mio. €): deutlicher Anstieg, der v. a. aus einem Ertrag aus abgeschlossenen Sicherungsgeschäften (im ersten Halbjahr 2025: Aufwand aus abgeschlossenen Sicherungsgeschäften) sowie einem im Saldo besseren Ergebnis aus der Auf- und Abzinsung von Rückstellungen resultierte. Gegenläufig teilweise dämpfend wirkten gestiegene Aufwendungen aus negativen Währungskurseffekten.
- Ergebnis aus Sondereffekten (–58,8 %/+97 Mio. €): deutliche Verbesserung. Zusätzliche Belastungen v. a. im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen wurden in größerem Umfang als im ersten Halbjahr 2025 kompensiert. Sie resultierten aus positiven Effekten u. a. aus der Neubewertung von Strombezugsverträgen (im ersten Halbjahr 2025: negative Effekte aus der Bewertung von Strombezugsverträgen) infolge marktpreisbedingter Schwankungen sowie im Zusammenhang mit Beteiligungsabgängen.
| Ergebnis aus Sondereffekten / in Mio. € | 1. Halbjahr | |||
|---|---|---|---|---|
| 2026 | davon EBIT- wirksam | 2025 | davon | |
| DB Fernverkehr | – | ‒ | – | ‒ |
| DB Regio | 0 | 0 | 0 | 0 |
| DB Cargo | 26 | 26 | –1 | ‒1 |
| DB InfraGO | –11 | ‒ 11 | –4 | ‒ 1 |
| DB Energie | 46 | 46 | –35 | ‒35 |
| Sonstige/Konsolidierung | –129 | ‒129 | –125 | ‒125 |
| DB-Konzern | –68 | ‒68 | –165 | ‒162 |
| davon Restrukturierungsmaßnahmen | –158 | –158 | –94 | –94 |
| davon Neubewertung von Strombezugsverträgen | 46 | 46 | –56 | –56 |
| davon Buchgewinn Verkauf ioki GmbH | 30 | 30 | – | – |
- Ergebnis vor Ertragsteuern (+923 Mio. €): spürbare Verbesserung und wieder positiv (im ersten Halbjahr 2025: deutlich negatives Ergebnis vor Ertragsteuern).
- Ertragsteuern (–16 Mio. €): deutliche zusätzliche Belastungen auf insgesamt niedrigem Niveau:
- Der Rückgang des latenten Steuerertrags resultierte ganz wesentlich aus dem Wegfall eines periodenfremden Ertrags aus dem ersten Halbjahr 2025.
- Die tatsächlichen Ertragsteuern stiegen deutlich und betrafen auch v. a. ausländische Konzerngesellschaften (u. a. bei DB Cargo).
- Ergebnis nach Ertragsteuern (fortgeführte Geschäftsbereiche; +907 Mio. €): spürbare Verbesserung und ebenfalls wieder positiv.